Pfarrkirche

Die jetzige Pfarrkirche, der Stolz der Pfarrgemeinde, wurde zwischen 1769 und 1775 nach einem Plan des Architekten Promberg-Costa am Standort der vorhergehenden aus dem 16. und 13. Jahrhundert stammenden Kirchen erbaut. An der glatten Fassade sind die Statuen der Schutzpatrone von Cortina d’Ampezzo, der Heiligen Philippus und Jakobus der Jüngere (wenn auch mit den ikonographischen Merkmalen von Jakobus dem Älteren, dem von Compostela) angebracht. Das Innere weist ein einziges Kirchenschiff mit wenig tiefen Nischen auf. Abgeschlossen wird es vom weiten Presbyterium (Chor) das Licht durch zwei große, rechteckige Fenster empfängt. Das Kirchenschiff ist mit Fresken von Zeiler (von ihm wird in der Folge noch gesprochen) und der von Ghedina gestalteten Decke verziert.


Die Gemäldezyklen


Dem in Tirol durch zahlreiche Werke berühmten Maler Franz Anton Zeiler (1716-1793) wurde die malerische Dekoration des Kirchenschiffes anvertraut, die in den Jahren 1774 und 1775 entstand. Überdies bemalte er die Altarbilder von zwei Seitenaltären, die in die Kirche der „Difesa“ verlegt wurden. Mysteriös ist hingegen das Verschwinden des Altarbildes, das für den Hauptaltar vorgesehen war und Cortina d’Ampezzo nie erreichte. Das erste Deckengemälde des Kirchenschiffes nahe dem Eingang stellt das „Martyrium des Hl. Jakobus“, das zweite „Die Verweisung der Händler aus dem Tempel“, umgeben von goldverzierten Wappenschildern mit den gewohnten Gestalten der Evangelisten. Im dritten ist das „Martyrium des Hl. Philippus” zu sehen. Vom selben Künstler stammen die 14 Kreuzwegstationen.
Im Gewölbe des Presbyteriums umschließt ein kostbarer Rahmen die “Heilige Dreifaltigkeit”, ein Werk von Giuseppe Ghedina (1825-1898), das im Auftrag der Gemeinde im Jahr 1859 entstanden ist. An den Wänden des Presbyteriums befinden sich zwei große Gemälde von Zeiler mit biblischen Motiven. Rechts die Begebenheit „Ester vor Assuero“ (Ester 5, 1-14) und links „Das Urteil Salomons“ (1Re 3, 16-28). Leider wurden die Gemälde im Jahr 1859 übertüncht, 1929 wurden sie wieder vom Pfarrer Pietro Frenademez freigelegt.


Die Altäre

Der aus Holz gearbeitete und mit Stuccolustro-Dekor versehene Hauptaltar mit den beiden Statuen der Heiligen Petrus und Paulus wurde im Jahr 1773 von Johann Müssak jun. geschaffen. Das 1679 von Giuseppe Zanchi (1631-1722) verwirklichte Altarbild zeigt die Madonna und die Heiligen Philippus und Jakobus (letzterer wieder mit dem Älteren verwechselt). Das Altarbild wurde von Giuseppe Lacedelli (1754-1833) verlängert um es an den neuen Rahmen anzupassen.
Im Gesims (oberhalb des Altares) können wir ein Flachrelief der „Unbefleckten Empfängnis“ erkennen, das von P. Höpfner im Jahr 1773 geschaffen wurde. Zu seinen Werken zählen auch das Prozessionskreuz (irrtümlich Brustolon zugeordnet) und die kostbaren Beichtstühle nahe dem Haupteingang.
 


Ebenfalls von Müssack stammen die beiden ersten Seitenaltäre, obgleich aus künstlichem Marmor, versehen mit Heiligenstatuen aus Holz.
Unter dem rechten Altar sind die Reliquien des Hl. Liberius verwahrt, das Altarbild stammt von Giuseppe Ghedina und stellt den „Hl. Josef mit dem Kind“ dar. Der untere Teil wurde in den Dreißiger Jahren, vermutlich durch den Sohn des Malers, dem neuen Rahmen angepasst.

Im linken Altar sind hingegen die vermeintlichen Reliquien des Hl. Theophilus verwahrt. Das Altarbild zeigt die „Schmerzensmutter“, ein Gemälde von Luigi Gillarduzzi (1822 – Wien 1856). Es ist von diesem Künstler das einzige in seiner Heimat vorhandene Werk.

In den Mittelnischen des Kirchenschiffes stehen die beiden ältesten aus der vorhergehenden Kirche stammenden Altäre.
Rechts finden wir den holzgeschnitzten, bemalten und vergoldeten Altar der „Madonna del Carmine“. Seitlich ein Altarbild der venetisch-tolmezzinischen Schule, das von der Gemeinde im Jahr 1693 in Auftrag gegeben wurde und Antonio Lazzarini (1672-1732) zuzuordnen ist. Es stellt die „Madonna che offre gli scapolari a santa Teresa d’Avila, Simone Stock e Pietro d’Alcantara” dar.

Links befindet sich der Altar der „Madonna des Rosenkranzes“, der ursprünglich der Hauptaltar war und vermutlich ein anderes Altarbild enthielt. Er ist ein Werk von Andrea Brustolon (1662-1732) und seiner Werkstatt, das gegen 1703 geschaffen wurde. Die Nische beherbergt heute eine von der Brixener Schule in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts angefertigte Statue der Madonna. Es handelt sich um das von der Ordensbruderschaft des Rosenkranzes verehrte Bild.
Der wunderschöne Tabernakel ist ein autographisches Werk desselben Künstlers.
 

 

 

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