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| Geschichtsdaten |
Man kann
mit Sicherheit annehmen, dass das Cadore
während der römischen Herrschaft um das 5.
bis 6. Jahrhundert, evangelisiert wurde. Der
Konversionsprozess ging allerdings langsam
vor sich: für Jahrhunderte blieben noch
antike Glaubensformen und heidnische Riten
erhalten. Das Cadore formte nur eine Pfarre,
der einzige Geistliche hatte seinen Sitz im
Zentrum des Gebietes das den Namen Pieve
annahm, was soviel wie „Pfarre“ heißt.
Die erste, echte und wahrhaftig religiöse
Glaubensgemeinschaft geht in Ampezzo auf den
Zeitabschnitt zwischen 1100 und 1150 zurück.
Der Ort war zu dieser Zeit von der Kirche in
Pieve di Cadore abhängig, die wiederum dem
Patriarch von Aquileia unterstand. Die
tatsächliche Verwaltung hatten jedoch die
Grafen von Camino inne, Feudalherren des
Patriarchen, der das Gebiet von den Kaisern
Deutschlands zu Lehen hatte.
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1208 wurde die patrimoniale Abspaltung
einiger Kirchen von Pieve bestätigt, unter ihnen
auch die von Ampezzo. Die Seelsorge von Ampezzo
erhielt im Jahr 1347 die Bezeichnung „Pfarrsprengel“
oder Pfarre. Im Laufe der Kriege des „Bündnisses
von Cambrai“ (1509) bemächtigte sich Kaiser
Maximilian von Aquilea, dem Sitz des
Patriarchates. So begann ein langandauernder
Zwist zwischen Wien und Venedig im Hinblick auf
die Kontrolle der religiösen Autorität, welche
die Rechtssprechung nicht nur auf venetischem
Gebiet innehatte, sondern auch im Gebiet von
Görz und anderen von den Österreichern besetzten
Ländern. Cortina gelangte nach den
Friedensverhandlungen von 1516-1523, mit
Zustimmung des Papstes und der von Frankreich,
politisch gesehen unter den Schutz der
Habsburger, blieb jedoch in religiöser Hinsicht
dem Patriarchen unterstellt, da es Teil des
Archidiakonates des Cadore war. Der Patriarch
verwaltete alle Pfarren, sowohl auf venetischem
als auch auf österreichischem Gebiet. Der Letzte
der dieses Recht genoss war Dionisio Delfino,
der auf Pastoralvisite im Jahr 1701 nach Cortina
kam. Nach seinem Tod (1734) trat sein Neffe
Daniele Delfino die Nachfolge an, als 109.
Patriarch von Aquilea. Im Jahr 1735 kam dieser
nach Ampezzo und weihte bei der Gelegenheit die
Kirche in Campo. Seine Einsetzung wurde sofort
bekämpft, sowohl von Wien als auch von Venedig.
Die Frage der patriarchalischen Rechtssprechung
auf österreichischem Gebiet löste sich mit der
Zweiteilung des Gebietes (1749). Der venetische
Teil wurde dem zum Kardinal ernannten Delfino
anvertraut, der österreichische dem Graf von
Attems, Carlo Michele, in Görz wohnhafter
apostolischer Vikar. Am 6. Juli 1751 löste Papst
Benedikt XIV. den Sitz von Aquilea auf, um die
Erzbischoftümer von Udine und Görz zu gründen;
das Recht die beiden Erzbischöfe zu ernennen
wurde dem Reich beziehungsweise Venedig
eingeräumt. Die Bevölkerung des venetischen
Teiles unterstand dem Bischof von Udine, die des
österreichischen Teiles dem Bischof von Görz.
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Für
Cortina war die Entfernung zu Görz nicht
vorteilhaft. Zum Bischof gab es wenige
Kontakte und es kam häufig vor, dass zur
Spendung von Sakramenten und für
Kircheneinweihungen der Bischof von Udine
gerufen wurde.
Der erste apostolische Verwalter von Görz,
Carlo Michele von Attems, kam 1751 zur
Einweihung der wieder aufgebauten Kirche der
„Difesa“ nach Cortina. 1762 kam er wieder um
die Firmung zu spenden.
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Damals gab er den Auftrag die zu kleine
Pfarrkirche zu verbreitern oder umzubauen. Der
Bischof von Görz, Graf von Edling, weihte im
Jahr 1776 die von seinem Cousin, dem Pfarrer
Francesco Saverio, erbaute neue Kirche ein. Seit
dem Jahr 1789 wurde dem Pfarrer von Ampezzo auch
der Titel „Dekan“ zugestanden. Als im Jahr 1790
den Ampezzanern zu Ohren kam, dass der Bischof
von Udine, Nicolò Sagredo, ins Cadore komme,
luden sie ihn nach Ampezzo ein: er war der
letzte venetische Bischof der den Ort besuchte.
Kaiser Josef II. löste das Erzbischoftum von
Görz im Jahr 1784 auf und der Papst billigte
eine weitere Spaltung des Gebietes, vielleicht
um nicht weitere Kontraste zu schaffen. Ein Teil
wurde dem Sitz von Gradisca, der andere dem von
Ljubljana zugeordnet. Cortina kam zu Ljubljana.
Im Jahr 1789 wurde auch Ljubljana geteilt: ein
Teil der Gebiete wurde dem Bischof von Brixen
zugestanden und Cortina wechselte wieder
Bischofssitz. Diese letzte Lösung, mit Ausnahme
des napoleonischen Zeitabschnittes, findet ihr
Ende im Jahr 1964, dem Jahr in dem der Hl. Stuhl
die Pfarre Cortina von Brixen loslöst und sie
der Diözese von Belluno (ab1986 Belluno-Feltre)
zuordnet, der sie auch jetzt angehört.
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