Die Kirchen in
Ampezzo
Im derzeitigen
Gemeindegebiet von Cortina d’Ampezzo
gibt es außer der Pfarrkirche noch 18
andere Kultstätten, die unterschiedslos
als Kirchen, Kirchlein oder Kapellen
bezeichnet werden.
Fast alle Ortsteile des Wohngebietes von
Cortina werden von einer dieser kleinen
Kirchen geziert, die von den gründenden
Bruderschaften verwaltet werden.
Zwischen den eng nebeneinander stehenden
Häusern war ursprünglich ein Kruzifix
errichtet worden, welches dann in der
Folge durch ein Kirchlein ersetzt wurde,
als deutliches Zeichen von Religiosität
und zugleich Stolz der gründenden
Bruderschaften, die dort zusammenkamen
und es betreuten.
Man bemerkt also, dass im Ampezzaner
Becken die Kirchen sozusagen die
Kruzifixe ersetzt haben, denen so die
Funktion des Schutzes vor Bösem und
Übernatürlichem entzogen wurde, eine
Rolle die sie in den meisten alpinen
Gebieten innehaben. Das Vorhandensein
von zahlreichen Kultstätten, in
Zusammenhang mit einer verminderten
Bedeutung der Kruzifixe weist auf die
besonderen Aspekte der religiösen Kultur
von Cortina hin. Es ist aber ebenso
kurios festzustellen, wie diese starke
Verbreitung jedenfalls genauen
Strömungen folgte, die ohne besondere
Mühe auf die umfassenden und komplexen
Geschehnisse der religiösen
Geschichte Europas zurückzuführen sind.
Wenn man nämlich die Errichtungsdaten
der Kirchen von Cortina betrachtet, so
kann man sie kurz zusammengefasst in
drei Gruppen einteilen, die sich mit
außergewöhnlichen Momenten der
religiösen Entwicklung verflechten,
unabhängig von den
Zugehörigkeitsgegebenheiten denen die
ampezzanische religiöse Gemeinde
ausgesetzt war.
Die erste Gruppe setzt sich aus im 13.
und 14. Jahrhundert errichteten Stätten
zusammen, die ein Zeichen der Entstehung
von religiösen Gemeinschaften in Cortina
sind. Dies ist eine Auswirkung einer
flächendeckenden Verbreitung von
Bettelorden (Kirche zum Hl. Franziskus)
und dem Willen, das religiöse Leben
nachhaltig mit den Ereignissen der
Geschichte des Gebietes (Kirche der
„Beata Vergine della Difesa“) zu
verbinden und den Talbewohnern bei ihren
Tätigkeiten oder den Wallfahrern (Kirche
zum Hl. Nikolaus in Ospitale), zur Seite
zu stehen
Die zahlreichen kleinen Kirchen in
Cortina haben eine, wenn auch geringe,
liturgische Funktion beibehalten sowie
eine enge Verbindung zum Leben der
Dorfbewohner: sie werden demzufolge
gepflegt, betreut und restauriert mit
einem Geist der zwischen Frömmigkeit und
Besitzerstolz einzuordnen ist. Dies hat
zweifelsohne Vorteile in bezug auf deren
Erhaltung nach sich gezogen und
gestattet uns heute instandgehaltene,
saubere und von den Bruderschaften
betreute Kirchen bewundern zu können.
Jedes Kirchlein hat
einen von der Bruderschaft ernannten
Verantwortlichen und einen Kirchendiener.
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